Wusstest du eigentlich schon, dass es das erste Falschgeld der Geschichte bereits vor mehr als 4.000 Jahren gab? Richtig gelesen, etwa 2.000 Jahre vor Christus, und zwar in China. Münzen gab es zu der Zeit allerdings noch nicht – die damalige Währung in China war unter anderem das so genannte Muschelgeld, und findige Fälscher versuchten sich an Imitationen dieser Muschelwährung. Was sie dafür benutzten? Knochen!
Menschen wurden eben schon immer „kreativ“, wenn es ums liebe Geld ging. Ob man es nun als Fluch oder Segen bezeichnet, zu viel oder zu wenig davon hat und welchen Traum sich so manch einer erfüllen würde, wenn ihn oder sie ein Geldregen ereilen würde – das Thema beschäftigt uns seit jeher und so ist es auch kein Wunder, dass sich auch in den Musikcharts ab und an ein Hit ums Thema Geld dreht.
Bei unserer heutigen Liste hatten wir eher Mühe, uns für die Top 5 zu entscheiden als genügend Material zusammenzutragen. Ach, und was soll’s: Machen wir 10 draus. Und hier kommen sie: Die besten, lustigsten und berühmtesten Lieder, die sich nur um ein Thema drehen: Money, Money, Money!
„Ich wär so gerne Millionär, dann wär mein Konto niemals leer“ sangen die Leipziger Ex-Chorknaben im Jahr 1991 und katapultierten sich damit 16 Wochen lang in die deutschen Singlecharts. Es soll ja auch schon mal Millionäre gegeben haben, deren Konten nicht lebenslänglich gefüllt waren, aber wir stimmen den Prinzen dennoch zu: Als Millionär hebt sich der Kontostand auf jeden Fall enorm.
Im Jahr 1991 scheint Geld ein besonders großes Thema in Deutschland gewesen zu sein, denn auch unser Platz 9 erblickte in diesem Jahr hierzulande das Licht der Welt und hielt sich sogar ganze 20 Wochen in den Charts. Udo Lindenberg sang damals, dass man in den Club der Millionäre gar nicht so leicht hineinkommt – „doch da muss man schon Erfinder oder Schwerverbrecher sein (…) oder Erbschleicher vielleicht oder’n Lottogewinn, mehr Möglichkeiten sind da nicht drin.“ Na, da würden wir definitiv zum Lottogewinn tendieren… Und Sie?
Mehr Geld, mehr Probleme? In den USA ist es ja sehr üblich, die Gewinner der Powerball- oder Mega Millions Lotterien nach ihrem Gewinn in einer Pressekonferenz zu interviewen – hierzulande hält sich der Lottogewinner gerne anonym und bedeckt. Vielleicht genau wegen der Probleme, über die Notorious BIG im Jahr 1997 rappte: „I don’t know what, they want from me / It’s like the more money we come across / The more problems we see.“ Diese doch für Rapper eher unübliche Ode an das liebe Geld hielt sich in den USA übrigens 30 Wochen lang in den Charts und erreichte Platin-Status.
Andere beschweren sich weniger über die Probleme, die zu viel Geld auf dem Konto mit sich bringt, sondern träumen noch davon, was sie eigentlich machen würden, wenn sie denn das nötige Kleingeld hätten. So wie auch Gwen Stefani (die ja eigentlich nicht wirklich davon träumen muss, wenn wir mal ehrlich sind) im Jahr 2004. Spätestens 27 Wochen Charts und Gold-Status der Single später sollte sich die Sache mit dem „If I was“ erledigt haben. Ob sie ihre Träume dann auch wirklich liedgetreu umgesetzt hat? „I’d buy everything / Clean out Vivienne Westwood / In my Galliano gown / No, wouldn’t just have one hood / A Hollywood mansion if I could“.
„We are living in a material world and I am a material girl“ – so schallte es 1985 aus allen Lautsprechern und Boxen. Schampus, Diamanten und viel Bling Bling, so ging es in dem Video zu. Madonna sagte später in einem Interview im Rolling Stone, dass sie die Single Material Girl deshalb so gerne mochte, weil sie ironisch und provokant war und ihr überhaupt nicht ähnelte: „Ich bin nicht materiell eingestellt.“ Achso.
Manche wünschen sich mit einem Lottogewinn in den Club der Lotto-Millionäre, und manche rackern sich den Allerwertesten ab und stellen ihre eigenen Träume hinten an, um die Familie über Wasser zu halten. Über eine solche Person – im Übrigen basierend auf einer echten Begegnung mit einer Reinigungskraft in einem Restaurant – sang auch Donna Summer im Sommer 1983 und traf damit einen Nerv – in den USA hielt sich die Single über 30 Wochen in den Charts und erreichte Gold-Status. Außerdem war Donna Summer’s Hit der erste Song einer afro-amerikanischen Künstlerin, der es bei MTV in die so genannte „Heavy Rotation“, also in die Liste der meist gespielten aktuellen Musikvideos, schaffte.
Das Thema Geld begleitete Gunter Gabriel ja bekanntermaßen nicht nur in den Charts; auch privat ging es finanziell immer mal wieder drunter und drüber. Mit einem seiner ersten Hits, dem Gassenhauer „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“ sprach er unzähligen Fans direkt aus der Seele. Und zwar so sehr, dass der Hit sich 29 Wochen in den Charts hielt und zu Bestzeiten sogar Platz 6 belegte.
Eines mögen die Ladies von Destiny’s Child ganz offensichtlich überhaupt nicht: Wenn man sie mehr als schamlos ausnutzt, auf ihre Kosten wie die Made im Speck lebt, das hart erarbeitete Limit der Kreditkarte ausreizt – und selbst überhaupt nichts dazu beitragen kann oder will, um die Rechnungen zu bezahlen. Da ist es verständlicherweise auch völlig egal, dass sich die Mädels eigentlich keine Sorgen um Geld machen müssten. Das Vermögen allein von Beyoncé Knowles, der Ex-Frontfrau der Girlgroup, wird auf rund 350 Millionen US-Dollar geschätzt – und einen Teil wird wohl auch die Nummer 1 Hitsingle (in den USA) „Bills Bills Bills“ aus dem Jahr 1999 beigetragen haben.
Wie macht die Kasse, wenn sie klingelt? Richtig, sowas ähnliches wie „Ka-Ching“. Das lehrte uns Shania Twain im Jahr 2003. Und auch bei Shania klingelte es nach Veröffentlichung der Single ordentlich in der Kasse – mühelos erreichte die Scheibe Gold-Status. Wie sang Shania in dem Stück so schön? „We live in a greedy little world / that teaches every little boy and girl / to earn as much as they can possibly / then turn around and spend it foolishly“. Hoffentlich ist ihr dann selbst was Sinnvolles zum Geldausgeben eingefallen…
Und auch Mitte der 70er Jahre (1976 um genau zu sein) spielte das Thema Geld eine Rolle in den Charts. Die schwedischen Popgiganten ABBA landeten mit „Money Money Money“ einen weltweiten Erfolgshit, der in sich in vielen Ländern an die Spitze der Hitlisten katapultierte. Die feministischen Ambitionen des Songs ließen damals allerdings noch etwas zu wünschen übrig: „In my dreams I have a plan / If I got me a wealthy man / I wouldn’t have to work at all / I’d fool around and have a ball“
Dass der Hit ein Ohrwurm ist und bleibt, kann man hingegen unmöglich abstreiten. Und auch gegen die Quintessenz des Refrains, „Money Money Money / Must be funny / In the rich man’s world“ ist nicht viel einzuwenden. Was könnte man nicht alles machen?
Ich bin mir sicher: Auch in Zukunft wird es viele weitere inspirierende, eingängige und amüsante Hits rund ums Thema Geld geben. Seien wir also gespannt – und bis dahin können wir ja alle ein bisschen träumen, was wir mit einem randvollen Konto so alles machen würden…
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